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Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten

Professionelle Helfer aus dem Sozial- & Gesundheitsbereich haben eine herausragende Funktion bei der Motivation Ihrer Patienten, Klienten bzw. Kunden zur Selbsthilfe. Wir möchten Ihnen in diesem Bereich eine schnelle Möglichkeit gegeben werden, sich über die Bedeutung von Selbsthilfegruppen zu informieren.

In den letzten 30 Jahren hat die Bedeutung der Selbsthilfe immer mehr zugenommen, sie ist zu einer “vierten Säule” des Gesundheitssystems geworden. Selbsthilfe leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung und Problembewältigung, insbesondere chronisch Kranker und Behinderter, aber auch von Menschen mit psychosozialen Problemen.

Selbsthilfegruppen sind heute ein unverzichtbarer Teil unseres Gesundheits- und Sozialsystems. Sie sind eine wertvolle Ergänzung zu ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung und anderen professionellen (Beratungs-) Angeboten im Gesundheits- und Sozialwesen.

Neben der fachlichen Beratung und Information bereichern sie die Versorgungslandschaft durch eine (psychologische) persönliche Komponente- die Sicht des/r Betroffenen, die keine Ärztin, kein Arzt und keine Einrichtung der stationären und ambulanten Versorgung in diesem Maße und dieser Qualität bieten kann. Verständnis und Beistand durch andere, das Gefühl nicht allein zu sein und die individuellen Probleme mit Gleichbetroffenen austauschen zu können, stellen wertvolle Ressourcen für die Gesunderhaltung und Problembewältigung dar, die nicht monetär zu messen oder auszugleichen sind.

(Text aus Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 23)

Selbsthilfegruppen sind darüber hinaus füreinander da. Mitglieder begleiten sich zu Untersuchungen, unterstützen sich bei ambulanter Versorgung, kontrollieren Therapieumsetzung, erproben gesunde Lebensweise durch gemeinsamen Sport, Ernährungs- und Verhaltensvorschläge. Sie organisieren Veranstaltungen zum Krankheitsbild mit Fachreferenten/innen und erstellen Informationsmaterial.

(SEKO Bayern - Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V., Scanzonistraße 4, 97080 Würzburg)

Wussten Sie,

…dass Patienten/innen, die an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, mit ihrer Erkrankung oftmals besser umgehen können?

…dass Selbsthilfegruppenmitglieder therapeutisch motivierter sind?

…dass Selbsthilfegruppen die therapeutische Arbeit sinnvoll ergänzen können?

Ärzte/innen, die eine Selbsthilfegruppe empfehlen, können sich in der psychosozialen Beratung und Begleitung ihrer Patienten/innen entlasten. Anders als in den oftmals knapp bemessenen Sprechstunden, haben Patienten/innen in der Gruppe die Möglichkeit ausführlich über ihre Erkrankung und alle persönlichen Begleitumstände zu sprechen. Das Gespräch mit Gleichbetroffenen schafft wiederum Vertrauen und stellt eine gute Basis dar für die weitere ärztliche Behandlung.

Oft begleiten sich die Mitglieder zu Untersuchungen, unterstützen sich bei der Umsetzung der Therapiemaßnahmen durch Kontrolle, Sport, Ernährung und sind füreinander da, wenn jemand einsam ist und Hilfe braucht. Patienten/innen, die eine Selbsthilfegruppe besuchen, zeigen eine höhere Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.

Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe motiviert und befähigt Betroffene zu eigenverantwortlichem Umgang mit ihrer Erkrankung

Durch Gruppenbesuche können Ärzte/innen mehrere Patienten/innen mit derselben Erkrankung kennen lernen und ihre „erlernte Kompetenz“ mit der „erlebten Kompetenz“ der Betroffenen ergänzen.

In Selbsthilfegruppen können Patienten/innen ihr Schicksal mit anderen teilen. Ärzte/innen können von Selbsthilfegruppen profitieren, da diese den Bekanntheitsgrad der Praxis erhöhen und zu einem positiven Bild in der Öffentlichkeit beitragen können.

 (SEKO Bayern - Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V., Scanzonistraße 4, 97080 Würzburg)

 

Wussten Sie,

…dass Selbsthilfekontaktstellen als Kooperationspartner für Praxen, Kliniken und soziale & gesundheitliche Einrichtungen aktiv sind?

Selbsthilfekontaktstellen arbeiten themen-, bereichs- und indikationsübergreifend auf lokaler und regionaler Ebene und unterstützen die Entstehung und Entwicklung von Selbsthilfegruppen im Gesundheits- und Sozialbereich.

Sie beraten interessierte Bürger aber auch Betroffene und vermitteln diese für ihr Anliegen in entsprechende Gruppen oder an andere Stellen. Sie unterstützen Gruppenneugründungen und bestehende Gruppen durch Beratung, Bereitstellung, von Räumen und Materialien, Öffentlichkeitsarbeit, Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Fortbildungsangebote. Auch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Gremien und Fachstellen wie Kliniken und Arztpraxen ist ein wichtiger Bestandteil der Aufgaben von Selbsthilfekontaktstellen. Neben der Unterstützung im Bereich des Case Managements (Fallmanagements) stellen wir ihnen u.a. gern zielgerichtetes Informationsmaterial zur Verfügung, begleiten Veranstaltungen und referieren zu selbsthilferelevanten Themen.