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Funktionen von Selbsthilfe

Das "AEIOU" der Selbsthilfe zeigt die Chancen der Gruppenarbeit auf:

  • A wie Auffangen: neue Gruppenteilnehmer, die oft deprimiert, desorientiert sind und sich alleingelassen fühlen, werden in der Gruppe „aufgefangen“, sie können ihr Leid schildern und sich darstellen, um ihnen die Angst zu nehmen und ihnen das Gefühl zu geben nicht alleine zu sein.
  • E wie Ermutigen: Teilnehmer erhalten das Gefühl, es auch zu schaffen, mit der neuen Situation fertig zu werden.
  • I wie Informieren: die betroffenen Teilnehmer erhalten professionelle Informationen durch Vorträge von Fachleuten, Literaturhinweise u.a.
  • O wie Orientieren: Teilnehmer an Selbsthilfegruppen können sich durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen von anderen Menschen, die an der gleichen Erkrankung leiden (bzw. vergleichbare Lebenssituation erleben), orientieren. Sie lernen, ihre eigenen Situation zu relativieren, ihre Ansprüche und Erwartungen an sich, an ihre unmittelbaren Mitmenschen und an die Professionisten im Gesundheitswesen neu auszurichten und gewinnen so Lebensqualität zurück und können Strategien für erfolgreiches Bewältigungsverhalten aufbauen.
  • U wie Unterhaltung Neben den „fachlichen“ Kontakten, die sich auf die Erkrankung (bzw. Lebenssituation) und ihre Bewältigung beziehen, sind auch gesellschaftliche, freundschaftliche Bindungen der Gruppenteilnehmer untereinander durchaus erwünscht, wenngleich eine Selbsthilfegruppen kein „Kaffeehausklatsch“ sein sollte.

(Auszug aus der Zusammenfassung der Studie „Wirkung von Selbsthilfegruppen auf Persönlichkeit und Lebensqualität“, welche im Auftrag des Fonds Gesundes Österreich erstellt wurde; Untersuchungszeitraum 1998/1999)